Coaching - Supervision|Mediation

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Coaching

Coaching und Supervision beziehen sich beide auf die Reflexion von berufsbezogener Beratung, haben aber eine unterschiedliche Entwicklungsgeschichte. So hat sich die Supervision eher aus der sozialen Arbeit und der Psychotherapie entwickelt. Die Wurzeln des Coachings sind eher in der Wirtschaft zu finden. Belardi (vgl. 2018, S. 104 f.) verweist auf die unterschiedlichen Zielgruppen und die damit verbundenen "unterschiedlichen Kulturen". So liegt ein Hauptschwerpunkt von Supervision, auch wenn sie andere Themenfelder beinhaltet, in der Unterstützung von Helfern/innen in ihrer Arbeit mit ihren Klienten. Beim Coaching geht es eher darum, Führungspersonal dabei zu unterstützen, ihre Aufgaben zu bewältigen sowie ihre Fähigkeit, Menschen zu führen, zu verbessern.

Da aber heute gerade der Begriff Coaching inflationär für alles benutzt wird, z. B. Yoga-Coaching (Svaveda Coaching) ist es schwer, hier wirklich eine Trennlinie zwischen diesen beiden beruflichen Beratungsformen zu ziehen.

Beraldi (vgl. 2018, S. 105) zeigt die pragmatischen Sichtweisen auf, die eine Beraterin, die Supervision und Coaching anbietet und sogar der Geschäftsführer der DGSv (Fortmeier) auf diesen Defintionskonflikt zwischen Supervision und Coaching haben. Beide vermeiden eine Defintion von Supervision und Coaching im Akquisegespräch und versuchen durch die Darstellung ihrer Arbeitsweisen, die Klienten/Supervisanden/Coachee von sich zu überzeugen.

Brlardi, Nando (2018): Supervision und Coaching. Grundlagen, Techniken, Perspektiven. C. H. Beck, München
Um die Definitions- und Unterscheidungsproblematik nochmals durch einen anderen Autoren zu betrachten, hier zwei Zitate aus Wikipedia, die das bisher Gesagte etwas differenzierter dastellen:
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Supervisiong) "Supervision und Coaching sind lediglich ähnliche Namen für vergleichbare Verfahren. Supervision stammt aus dem psychosozialen Bereich („nonprofit“ bzw. „socialprofit“). Supervision wird zunehmend auch in der Wirtschaft („Profit“) angewendet, dort aber oft unter der neudeutschen Bezeichnung „Coaching“. Führungskräfte im psychosozialen Bereich nennen die Methode eher „Supervision“ (insbesondere, wenn sie klientennah arbeiten oder eine niedrige Führungsposition ausfüllen). Führungskräfte mit höheren Positionen und solche in der Wirtschaft nennen es eher "Coaching". Supervision zielt eher auf das Verhalten von Fachleuten gegenüber Klienten, Kunden, Patienten, oft unter Einbezug des ganzen Teams und in Bezug auf die Organisation. Coaching zielt eher auf das Verhalten von einzelnen Führungskräften gegenüber Mitarbeitern. Supervisor ist eine mehrjährige Berufsausbildung mit umfangreichem Curriculum und hohen Zugangsvoraussetzungen. Die Ausbildung zum Coach ist eher weniger umfangreich.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Coaching) Fazit: Methodisch umfasst Coaching, wie es tatsächlich praktiziert wird, sowohl Beratung als auch Therapie und Training oder Supervision. Die Grenzen sind dabei fließend. Das gilt auch für die Anzahl der Klienten. Bei Beratung und Therapie dominiert das Gespräch unter vier Augen, während beim Training oder bei der Supervision mehrere Teilnehmer die Regel sind.

Aus diesen Zitaten wird deutlich, dass eine klare Abgrenzung nur schwer möglich ist.
Supervision vs. Coaching
und nochmal ...
Supervision und Coaching
Meine Sichtweise/Arbeitsweise: Mir ist es wichtig, dass der Supervisand (derjenige, der beraten wird) weiß, dass der Supervisor nicht die Lösung hat und die Problemverantwortung beim Supervisanden bleibt. D h. der Supervisand entwickelt gemeinsam mit dem Supervisor Lösungen und entscheidet selber, welche Lösung für ihn tragfähig ist. Der Supervisor kennt Methoden, um neue Sichtweisen, Lösungsalternativen usw. zu entwickeln und gestaltet den Prozess.
Pragmatische Sichtweise
Eine vertiefende Zusammenfassung zum Thema "Supervision und Coaching" (S. 21) und ein hilfreiches Schema, um berufliche Beratungsformen einordnen zu können (S. 16), finden Sie in meiner Arbeit "Supervision: Vorstellung der zentralen Punkte und Versuch einer Einordnung."

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